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30.10.2018

Erkennt KI Qualität?

Mit künstlicher Intelligenz medizinische Befunde auswerten…


Die Frage, ob man mit künstlicher Intelligenz (KI) die Qualität medizinischer Berichte beurteilen kann, kann man beantworten. Zumindest, wenn man die Ergebnisse der Pilotstudie der Studiengruppe für Qualitätskontrolle der Nationalen Vereinigung der Sozialpädiatrischen Zentren gemeinsam mit Mitarbeitern der Comline AG betrachtet. Die Studie wurde im renommierten, medizinischen Fachjournal der Oxford University Press im Oktober 2018 veröffentlicht. 

Die Antwort lautet „Ja, aber…“: 

Ja, natürlich können automatisierte Technologien Qualität bewerten, wenn man Ihnen beibringt, wie sie es tun sollen.

Aber trivial ist es nicht, da die künstliche Intelligenz unterschiedliche und zum Teil sehr individuelle Stile richtig erkennen und analysieren muss.  

Eine spannende Pilotstudie…

„Wir möchten herausfinden, ob und wie man anhand festgelegter Indikatoren die Qualität medizinischer Berichte mit automatisierten Technologien erkennen kann.“ 

So lautete das Ziel der Pilotstudie. Als Beispiel dienten die Berichte über Patienten mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS). Hier hatte die Studiengruppe bereits im Vorfeld ein Set von 39 Qualitätsindikatoren definiert. Für die Pilotstudie wurden drei davon ausgewählt, um die Ergebnisse von automatisierter Extraktion und Expertenmeinung miteinander zu vergleichen.

…mit interessanten Erkenntnissen.

Automatisierte Technologien

können Qualitätsindikatoren extrahieren und liefern verlässliche Ergebnisse.

sind viel schneller und wirtschaftlicher als manuelle Methoden. Die Experten benötigten mindestens 77 s pro Bericht. Im Vergleich dazu schaffte es der Prototyp in durchschnittlich 8 s. 

erfordern einheitliche Standards bei der Dokumentation der medizinischen Befunde. 

Die Erkenntnisse aus der Studie lassen sich auch auf andere Felder von Gutachten übertragen und anwenden. Vorstellbar ist die Beschleunigung der Auswertung von beispielsweise Pflegegutachten oder anderen Untersuchungsergebnissen.

 

Zu den Hintergründen

Lutz Mathea, Geschäftsbereichsleiter Gesundheitswesen, hat die Ergebnisse des Pilotprojektes für Sie zusammengefasst. Der Prototyp wurde im Rahmen der Bachelorarbeit eines studentischen Mitarbeiters entwickelt, den Lutz Mathea als Mentor betreut hat.

Die Studie „Automatisierte Extraktion von Qualitätsindikatoren für die Behandlung von Kindern mit komplexen Entwicklungsstörungen: Eine Machbarkeitsstudie am Beispiel der Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörung“ wurde von der Studiengruppe für Qualitätskontrolle der Nationalen Vereinigung der Sozialpädiatrischen Zentren durchgeführt.

Die Ergebnisse können Sie im International Journal for Quality in Health Care der Oxford University Press online einsehen.